Voller Elan - Straße gegen Bahn

Europameister Keisse/de Ketele führen nach der 2. Nacht

Zwei der erfolgreichsten Sixday-Spezialisten dieser Saison führen nach der zweiten Nacht des 101. Berliner Sechstagerennens. Eine Runde Vorsprung hatten sie schon in der IVECO Jagd (30 min) gegen alle anderen Teams herausgeholt und damit eine spannende Große KIA Jagd (45 min) provoziert. Im Rennen war ein gewisser „Lagerkampf“ zwischen den Straßenfahrern Kluge, Howard und Meyer sowie den Bahncracks zu erkennen. Team 1 (Kluge/Lampater) und Team 2 (Howard/Meyer) attackierten sich nicht gegenseitig, aber auch die Bahnfavoriten Keisse/ de Ketele und Marvulli/Dillier spannten zweitweise zusammen. Dadurch entstand ein Rennen und mit ständigen Attacken bei hohem Tempo. Beide Lager neutralisierten ihre jeweiligen Rundengewinne postwendend, so daß in der Phase der Wertungssprints 5 Mannschaften in derselben Runde lagen. Der letzte Spurt entschied für die Australier, die aber nur 1 Pkt vor den Deutschen und den Belgiern lagen. Ihre gute Form unterstrichen die deutschen Meister Robert Bengsch und Marcel Kalz, die in der gleichen Runde wie die Sieger ankamen, nachdem sie zuvor schon das 1000-Meter-Teamzeitfahren gewonnen hatten. Im Gesamtklassement liegen die beiden Berliner auf Platz 4 in einer Runde mit vielen Favoriten und noch vor Lampater/Kluge. Die Führung übernahmen die belgischen Europameister Keisse/de Ketele mit ihrer Plusrunde aus der kleinen Jagd vor Marvulli/Dillier, dem Team mit den meisten Punkten (93).
Bei seinem unglücklichen Sturz in der ersten Nacht hatte sich der Niederländer Peter Schep das Schlüsselbein gebrochen. Er trat die Heimreise an. Sein Partner Danny Stam (NED) bleibt vorläufig als Ersatzfahrer im Feld.
Ein Leckerbissen fürs Publikum war der Teamsprint. Die Weltmeister fuhren in der Besetzung Levy, Enders und Nimke die schnellste Zeit, hatten aber nur 0,29 sec Vorsprung auf das Trio mit Döhrer, Förstemann  und Bötticher. Das Rundenrekordfahren gewann Maximilian Levy, der auch in der Gesamtwertung die Spitze übernahm. Er hat 2 Punkte Vorsprung auf Robert Förstemann, den Sieger der Sprinterläufe.
Im Ladies Cup verteidigte die Polin Malgorzata Wojtara die Führung mit Rang 5 im Derny und Platz 3 im Punktefahren. Beide Rennen gewann die Berlinerin Charlotte Becker. Sie liegt in der Gesamtwertung auf Position 2 vor Madeleine Sandig (beide DEU).
Im Steher Preis gewann der Deutsche Meister Florian Fernow aus Berlin die 2. Etappe und schob sich damit dichter (1 Punkt Rückstand)  an den führenden Niederländer Patrick Kos heran.


Statt Scalpell die Siegerschleife

 

Madeleine Sandig dominierte die Premiere der Damen

Madeleine-SandigÜber die fallenden Kurse am Mittwoch freute sich Madeleine. Es ging ja nicht um die Börse, sondern um ihre Blutwerte. Die Entzündungskurve senkte sich. Also doch Start beim Sechstagerennen in Berlin. Am Montag noch war sie zu Olaf Peter, dem Arzt der deutschen Nationalmannschaft, nach Potsdam gefahren. Die Entzündungswerte ließen eine Blinddarm-reizung vermuten. Entwarnung kam 30 Stunden vor dem Rennen. Beim Warmfahren auf der Rolle in der ersten Nacht war Madeleine Sandig dann doch noch ein bißchen hibbelig.
Maxemilian Levy mußte seiner Freundin erklären, daß es ihr niemals so schlecht gehen könne wie sie sich angeblich fühlte.  Er behielt Recht. Im Punktefahren, dem ersten Wettbewerb für Frauen bei den Berliner Sixdays überhaupt, legte sie los, als gäbe es nur den ersten Sprint. „Das war meine Absicht. Ich wollte mir ein Punktepolster schaffen, um dann aus der Lauerposition meine Taktik einzurichten“, sagte die Zweite der deutschen Meisterschaft in dieser Disziplin. Sie gewann die beiden ersten Wertungen und überließ dann der Polin Wojtyra die Führung, bekam aber noch zweimal Punkte. Es folgte ein kurze Phase im „Schlafwagen“. „In dieser Situation hatte ich mir vorgenommen, vor der letzten Wertung noch mal zu attackieren. Ich fuhr am Ende Feldes, mußte aber aufpassen, daß ich den Kontakt nicht verliere.“ Drei Runden vor Schluß begann die Fahrerin vom Brandenburger LKT-Team ihre Schlußoffensive, gewann auch den letzten Sprint und landete damit einen überzeugenden Sieg vor einer Zuschauerkulisse, die begeistert mitging und die Premiere der Frauen zu einem Erfolg gestaltete. Noch größer waren die Emotionen des Publikums im Ausscheidungsfahren, daß Madeleine zu einer Show werden ließ. Jeweils auf der Zielgeraden rette sie sich mit fulminanten Sprints vom letzten Platz ins Feld. „Bei einem Weltcup könnte ich das nicht riskieren. Aber hier ging mir die Begeisterung der Leute so ins Blut, daß ich ihnen diese Vorstellung bieten wollte.“ Dreimal hat sie Die Elimination verhindert, beim vierten Versuch war die Kraft alle. „Ich habe gemerkt, wie meine Beine leer wurden. Aber es hat trotzdem Spaß gemacht.“
Den mußte ihre Teamkollegin Stefanie Pohl missen. Sie hatte nach zwei Wochen Straßentraining auf Mallorca eine Mittelohrentzündung bekommen und mußte Berlin absagen. Per eMail teilte sie ihrer Freundin mit: „Ich sitze zuhause und bin traurig.“


Sie trägt gern breite Gürtel

Boxweltmeisterin Kühne schickt Fahrer in die 2. Nacht

Ramona KühneFast hat sie das neue Jahr im Kampf begonnen. Am 14 Januar verteidigte Ramona Kühne ihren Box-Weltmeistertitel im Superfedergewicht. Gegen die Ungarin Renata Dömsödi stand sie in Offenburg im Ring. In der 8. Runde Erfolg durch technisches K.O. stand im Protokoll. Es war ihr 19. Sieg im 20. Kampf, sechs davon gewann sie vorzeitig. die einzige Niederlage ihrer Box-Laufbahn, die 2006 begann, war das Resultat eines Cuts über dem Auge. der Ringrichter brach den Kampf ab. Die breiten Gürtel mag sie besonders gern, ein halbes Dutzend solcher WM-Trophäen hat sie schon gesammelt.
Ramona ist den umgekehrten Weg durch die Gewichtsklassen gegangen, vom Höheren zum niedrigen Körpergewicht. Sie wog 83 kg, als sie zu boxen begann. Dank harten Trainings und gesunder Ernährung sind davon 16 kg dauerhaft verschwunden.
Am 31. Januar, dem letzten Tag des 101. Sechstagerennens feiert sie Geburtstag. Sie stammt aus Großziethen und ist neben ihrer Karriere als Profi-Boxerin auch noch Schwimmmeisterin in Neukölln.
Ihr Trainer ist auch ihr Ehemann. Er war selbst langjähriger Boxer im Amateurbereich. Bis er Ramona endlich den Ring an den Finger streifen durfte, brauchte er mehrere Heiratsanträge. Erst beim vierten sagte Ramona Ja, dreimal fiel der Antragsteller durch, weil er nicht den passenden Ort dafür gewählt hatte. Das erste Mal fragte er sie an der Kasse im Supermarkt.
Ramona Kühne schickt heute die Rennfahrer in die zweite Nacht und gibt eine Autogrammstunde.


Sturz auf freier Strecke: Peters Schlüsselbein gebrochen

Niederländer Schep kann Rennen nicht fortsetzen

Peter-SchepDie kuriosesten Stürze gibt es im Radsport: Auf freier Strecke und ohne Bedrängnis rutscht dem Mann mit der schwarzen 7, Peter Schep, das Vorderrad weg, er fällt und bricht sich das Schlüsselbein. Das ganze passierte im 1000-Meter-Mannschaftszeitfahren, aber nicht unmittelbar bei der Ablösung, wie ursprünglich berichtet worden war, sondern Schep seinen Partner Danny Stam schon ins Rennen katapultiert hatte. Die erste Diagnose von Bahnärztin Silke Klare bestätigte sich bei der radiologischen Untersuchung im Krankenhaus. Sportdirektor Dieter Stein bot dem sympathischen Holländer sofort eine Operation in der Klinik von Dr. Labs...

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Spannender Start: 6 von 16 Teams in einer Runde

Kluge/Lampater führen nach der ersten Nacht

Kluge (l) und LampaterMit dem Sieg in der KIA Jagd (45 min) legten Roger Kluge und Leif Lampater die Basis, und mit Platz 2 im Derny-Rennen forsteten sie ihr Punktekonto auf. Mit 8 Zählern Vorsprung führen der Vorjahressieger und sein Partner aus Schwaben vor den Belgiern Keisse/de Ketele und den deutschen Meistern Bengsch/Kalz. Die beiden Berliner schoben sich dank einer starken Attacke in der Iveco Jagd (30 min) nach vorn. Ihre „Flucht“ unterstützten von Marvulli/Dillier (SUI) und Barth/Mohs (DEU). Der Rundengewinn gelang, am Ende gewannen Barth/Mohs die Jagd und alle drei Teams...

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